Was findet man hier?

Die Themen:
- Letzte Gelegenheit
-Keine Gottesdienste
-Danke!
- Weltweit! Überall!
         -Bibeln ausverkauft
           -Mal was anderes
-Corona-Strafe Gottes?(2)
-Corona-Strafe Gottes?(1)
      -Olympia auf Platz 13
         -Der Herr der Ringe
               -Entdeckungen
                            -Nähe
-Ein Psychologe
-Ein Herrscher
-Stoppschild

Ganz vermischte Gedanken, die vielleicht ein bisschen durch diese Zeit helfen können.

Letzte Gelegenheit
(1.5.2020)

Diesen Text fand ich kürzlich als Klappentext auf einem („weltlichen“) Buch in meinem Bücherregal. Und obwohl er lange vor der Corona-Zeit geschrieben wurde, empfand ich ihn  als spannenden Beitrag dazu. Und morgen, in der Predigt des Video-Gottesdienstes, werde ich u.a. darauf Bezug nehmen:

„Am Ende des Mittelalters, mit dem Niedergang der Ewigkeitshoffnung, wird das Leben buchstäblich zur einzigen und letzten Gelegenheit, zum Schauplatz der Anhäufung von Lebenskapital. Sicherheit und Beschleunigung werden zur vordringlichen Aufgabe der Weltverbesserung.Letzte Gelegenheit 5.20

Sicherheit, um dem Einzelleben wenigstens seine durchschnittliche Lebensspanne zu garantieren, und Beschleunigung, um die unerträgliche Kluft zwischen den unendlichen Möglichkeiten, die die Welt "da draußen" bereithält, und der kläglichen Zeit, die dem Einzelnen zu deren Ausschöpfung zur Verfügung steht, wenigstens etwas zu verringern. Der Mensch gerät in Panik. Neben den Tod tritt ein beinahe noch ärgerer Widersacher des Lebens: die Angst, etwas zu versäumen.“

(aus: Marianne Gronemeyer. Das Leben als letzte Gelegenheit)

(Noch) keine Gottesdienste in der Kirche
(21.4.20)

In den nächsten Tagen wird voraussichtlich darüber beraten und entschieden, ob die Kirchen Anfang Mai wieder zu Gottesdiensten geöffnet werden.
Ich könnte jetzt hier diskutieren
– ob es die politischen Entscheidungsträger richtig gemacht haben, dass die Geschäfte schon wieder geöffnet haben, die Kirchen aber nicht;
– ob die Kirche mit genug Nachdruck in dieser Sache gehandelt und gesprochen hat.

Als Christen werden wir uns vermutlich hin und wieder an diesen Fragen beteiligen - hoffentlich in einer Weise, wie sie zu Jesus passt, hoffentlich nicht in Stammtischmanier.
Aber hier möchte ich andere Frage zur Diskussion stellen: Lasst uns diese gottesdienstlose goal 3144351 640Zeit (wobei ich hier die Gottesdienste in Kirchen meine) nutzen, um ganz persönlich zu überlegen und uns selbst zu fragen:

- Warum warten wir eigentlich auf die Öffnung der Kirchen zum Gottesdienst?
- Oder: Was ist uns/mir am Gottesdienst in der Kirche wichtig?
- Oder: Gibt es Dinge, die wir in der gottesdienstlosen Zeit ganz neu entdeckt haben, als wir auf das Gewohnte völlig unerwartet verzichten mussten?
- Oder: Was erwarten wir, dass Gott im Gottesdienst an uns/mir und unserer Gemeinde tut?
- Oder: Soll die Kirchen für Gottesdienste geöffnet sein,  damit man die Möglichkeit hat,  dort mal hinzugehen, oder weil es ein Ort ist, der eine wichtige Rolle  im Glaubensleben spielt?
Lass uns ganz ernsthaft über diese Fragen nachdenken, vielleicht sogar die eine oder andere Antwort aufschreiben. Dabei merke ich, dass dieses Nachdenken schöne und weniger schöne Motive bei mir zeigt.

Zum Schluss dieses Nachdenkens will ich noch kurz erzählen von einem Bibelwort, das mir gleich am Anfang der Corona-Zeit durch den Kopf ging, als die Kirchen geschlossen wurden. Es sind Sätze aus dem Buch des Propheten Amos (Amos 8,11+12): „Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott der HERR, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn, es zu hören; dass sie hin und her von einem Meer zum anderen, von Norden nach Osten laufen und des Herrn Wort suchen und doch nicht finden werden.“

Wirklich bewegende Worte, besonders die letzte Zeile. - Es hat in der Geschichte der Christen immer wieder Orte oder Länder gegeben, in denen durch die geschichtliche Entwicklung oder politische Veränderungen das Wort Gottes plötzlich nicht mehr zu hören war. Bei Amos lesen wir, dass der Grund dafür aber nicht nur „böse Herrscher“ waren, sondern die Gemeinde selbst: Ihr Umgang mit Gott, seinem Wort und seinen Menschen. Nein, ich sage nicht, dass das bei uns ähnlich ist. Aber es zeigt uns, dass das Nachdenken darüber, was der Gottesdienst uns bedeutet, große Wichtigkeit hat.

 
Danke!
(14.4.20)

Im Gespräch mit Gott können jetzt, in der Zeit der Corona-Krise, ganz unterschiedliche Dinge vorkommen: Manchmal sind es Klagen über schwierige Dinge, manchmal sind es Fragen, die man Gott stellen möchte, manchmal sind es Bitten, mit denen wir zu ihm kommen. Und mindestens genauso wichtig ist das, was die Überschrift andeutet: Gott zu danken. Und wofür? Das kann natürlich ganz verschieden sein, einige Dinge möchte ich hier aufzählen:

Danke für das Telefon.
Danke für diesen oder jenen Anruf, der so gut getan hat.
Danke für Stimmen, die ich lange nicht gehört habe, die ich jetzt sogar besser hören kann - danke für das Vogelzwitschern.Danke worshipping god pixa
Danke, dass du stärker bist als jede Bedrohung.
Danke, dass wir es Ostern feiern konnten, dass du sogar stärker bist als der Tod.
Danke für Zeiten der Ruhe, mehr als sonst.
Danke für die vielen Sonnenstunden in den letzten Wochen, die es oft so wunderbar hell gemacht haben.
Danke, dass du der Herr bist über die ganze Welt – und dass wir dich, diesen Herren, kennen dürfen. Danke, dass du der Heiland bist, der wirklich heil machen kann.
Danke für gutes Essen.
Danke für ein warmes zu Hause.
Danke für ein gutes Buch.
Danke für Entdeckungen, die man in dieser Krisenzeit machen kann.
Danke ….
….

 

Weltweit! Überall!
(11.4.20)

Als ich - irgendwann im Januar - das erste Mal von einem neuen Virus hörte, wurde es mit dem SARS-Virus verglichen, das ca. 15 Jahre vorher in China auftrat. Und weil man aus der Geschichte damals gelernt habe, würde es diesmal bestimmt viel besser gehen.

Weltweit network pixa 4.20 IIIMit keinem Gedanken habe ich damals gedacht oder auch nur im entferntesten für möglich gehalten, dass daraus etwas wird, was jetzt  in jedem Land der Welt ankommt ist und in jedem Land der Welt 1000 Dinge verändert, von denen die meisten unveränderbar schienen.

Morgen ist Ostern, das Osterfest 2020. Ein Toter ist auferstanden. Der Sohn Gottes stirbt, wird begraben, ist wieder lebendig.

Und diese Botschaft ist seitdem 1000-mal um die Welt gegangen. Sie ist, glaube ich, tatsächlich in jedem Land angekommen. Sie hat eine ungeheure Kraft entfaltet. - Aber sie hat jetzt einen Gegner, der manchmal den Eindruck vermittelt, noch kräftiger, noch stärker zu sein: eben dieses Virus. Vielleicht nicht der Kopf, aber die Gefühle lassen sich viel zu oft von der Kraft dieses Virus gefangen nehmen.

Was hilft dagegen? Ostern 2020!

Lasst es uns feiern! Und zwar so feiern, dass wir auch mit unserem Herzen spüren und glauben, was im Kopf oft klar ist: Der Auferstandene ist stärker, schon seit 2000 Jahren stärker, in jedem Land der Welt. Gott hat alles in der Hand, nichts und niemand sonst.

Das lasst uns feiern, damit unser Herz weiß, auf wen es  vertrauen kann und auf wen Verlass ist – im Leben und im Sterben!


 

Bibeln ausverkauft!
(7.4.20)

Ein Anruf in der Corona Zeit: "Ich lese in der Bibel, und da ist eine Stelle, die verstehe ich nicht so richtig. Was bedeutet das?" Das war wirklich ein schöner Anruf! Hat mir Freude gemacht, dass wir gemeinsam nach einer Antwort suchen.
Ein anderer Anruf: In Amerika sind die Bibeln ausverkauft. Schade für die, die jetzt keine kriegen, aber andererseits eine tolle Sache, dass so viele Leute zur Bibel greifen und da drin lesen wollen.

Hier mein Vorschlag für uns hier in Deutschland: Lasst uns diese Zeit nutzen und noch mal oder ganz neu in derLesen Bibel pixa 4.20 Bibel lesen!
Zum Beispiel jetzt im Markusevangelium, Kapitel 14 bis 16, der Weg Jesu ans Kreuz und die Auferstehung. Oder ein anderes Evangelium. Oder...
Und wenn Sie Fragen haben? Im Gebet können wir Gott das sagen, was uns bewegt, natürlich auch unsere Fragen.
Und sie können gerne die 05472-7258 wählen. Das ist mein Beruf, mich mit der Bibel zu beschäftigen, dafür bin ich von normaler Erwerbsarbeit freigestellt. Nutzen Sie das gerne, rufen Sie an und fragen Sie nach. Aber vor allem: Lasst uns diese Zeit nutzen zum Bibellesen!

Mal was anderes
(5.4.20)

Heute, am Palmsonntag, mal was anderes. Keine Gedanken zur Corona-Krise, sondern zum Predigttext des heutigen Sonntags: Die Frau, die Jesus mit ganz besonderem Nardenöl salbt. Warum eigentlich?

Salbung in Bethanien

Ich bin's     (6.4.20: Markus 14,61+62, siehe auch bei "Gottesdienst als mp3")

Weitere aktuelle Kurzandachten bei "mp3-Gottesdienste"

Corona - eine Strafe Gottes? (2)
(3.4.20)

Seitdem ich das erste Mal etwas zu diesem Thema geschrieben habe, habe ich wieder mit Staunen festgestellt: Die Frage nach der Strafe Gottes begegnet mir ganz häufig. Sie begegnet mir - mehr oder weniger direkt - in persönlichen Gesprächen (meistens am Telefon), sie begegnet mir in vielen schriftlichen Äußerungen. Die Meinungen sind sehr unterschiedlich: Während für die einen ganz klar ist, dass uns Gott hier einen Denkzettel, einen Weckruf, vielleicht sogar eine Strafe zukommen lässt, ist für andere völlig klar, dass man hier nicht von Gottes Strafe reden kann. - Drei kurze Anregungen von mir zu diesem Thema:

1. „Das mit der Strafe passt nicht zu meinem Bild von Gott," sagte jemand (nicht aus unserer Gemeinde). Ich glaube: Die Frage nach demwrong right pixa warum der Krise und eventuell nach der Strafe Gottes, ist eine sehr, sehr ernste Frage. Eine Antwort finden wir aber nicht in dem Bild, dass wir uns von Gott machen. Eine Antwort können wir nur  suchen und finden da, wo Gott sich selbst vorstellt: In der Bibel, dem schriftlichen Wort Gottes und in Jesus, dem menschgewordenen Wort Gottes.

2.  Wenn wir von der Strafe Gottes reden, dann müssten wir wohl auch fragen: Wen straft Gott da eigentlich? "Die Antwort darauf müsste angesichts der Corona-Pandemie lauten: vor allem Ältere und Menschen mit einer Vorerkrankung. (Die) Vorstellung aber, dass Gott sich diese Bevölkerungsgruppe vornimmt, um ausgerechnet ihr Unrecht zu strafen oder gar an ihr ein Exempel zu statuieren,"( Prof.C. Raedel, idea-spektrum Nr.12.2020, Seite 18) führt uns auf den falschen Weg. (Interessant dazu auch was Jesus sagt in Lukas 13, 1-5!!)

Das aber umgekehrt all das nichts mit Gott zu tun hätte, würde schwerlich dazu passen, dass die Bibel uns die Allmacht Gottes zeigt - die wir immer wieder zu Recht besingen: „Du hältst die ganze Welt in deiner Hand.“

Ich traue es mir  nicht zu, zum jetzigen Zeitpunkt die Frage "Ist das eine Strafe Gottes" mit einem klaren Ja oder einem klaren Nein zu beantworten. Solche Fragen kann man vielleicht später und mit viel Gebet und im geschwisterlichen Ringen miteinander bedenken.

3. Dass so viel und an so vielen Stellen und so intensiv über diese Frage nachgedacht wird finde ich vor allem  deswegen so erstaunlich, weil sie vorher fast wie vom Erdboden verschwunden schien. Die Strafe Gottes schien ein NoGo-Thema zu sein. Das ist jetzt anders. Deswegen lasst uns die Chance nutzen, die darin liegt, dass wir jetzt alle von solchen Gedanken bewegt sind. Lasst es uns als Weckruf nehmen und als Chance, das wirkliche Leben jetzt zu entdecken, wo die Masse der Ablenkungen deutlich weniger geworden ist. Und als Chance zu entdecken (und Gott im Gebet zu fragen!!), was bei uns persönlich diesem wirklichen Leben im Weg steht!

PS: Und vielleicht kann man auch im Gespräch mit anderen sein, jetzt, wo diese Frage so viele bewegt.

 

Corona - eine Strafe Gottes? (1)
(31.3.20)

Ganz überrascht war ich, als jemand sagte: „Ich glaube, dass das alles eine Strafe Gottes ist.“ Die Aussage kam von jemand, bei dem ich das nicht erwartet hatte. Und dann begegnete mir dieser Gedanke noch an vielen anderen Stellen: im Fernsehen, in der Zeitung, in E-Mails, in Äußerungen von Menschen. Und so möchte ich in diesem Blog etwas zu dieser Frage schreiben.

Ich glaube allerdings, dass dieses Thema so groß ist und dass das nicht mit ein paar Zeilen und im üblichen Umfang getan ist. So wird es also Fortsetzungen geben.

Hier also Teil 1: Lasst uns die Frage, was Gott hier tut oder nicht tut, noch ein bisschen zurückstellen - und stattdessen auf die andere Seite gucken. Nämlich auf uns. Und da sehen wir: Nicht bei jedem, aber bei ganz vielen sind diese Fragen, ob da Gottes Strafe dahintersteckt, da. Bei dem einen sind diese Gedanken lauter, bei dem anderen leiser.

Diese Gedanken sagen zunächst einmal mehr über uns als über Gott. Ich vermute, dass da der Eindruck dahinter steht: Es ist tatsächlich vieles in unserer Welt (persönlich und weltweit) im Jahr 2020 nicht in Ordnung. Oder der Gedanke: So wie wir leben (persönlich und weltweit) hätten wir es schon verdient: das mit der Strafe.

wrong right pixaEs ist die Passionszeit, in der Corona stattfindet. Das große Thema der Passionszeit ist Umkehr. Und was heißt Umkehr? Am besten stellt man es sich ganz bildlich vor: Man geht nicht mehr in die eine Richtung. Sondern in die andere. Man dreht um. Weg von dem, was das Leben kaputt macht. Statt dessen hin zu dem, der unser Leben gut macht.

Die Frage (siehe Überschrift) und die momentane Ausnahmesituation könnte uns ganz persönlich zu der Frage leiten: Gibt es da Punkte, wo Gott dich und mich ganz persönlich zur Umkehr ruft? Es ist eine ernste Frage. Nicht unbedingt eine angenehme Frage. Aber letztlich eine schöne Frage. Denn Umkehr im biblischen Sinn führt immer zu IHM - zu seiner Vergebung, zu seiner Liebe, zur Gemeinschaft mit ihm!

 

Und plötzlich läuten die Glocken
(29.3.20)

Wir sitzen beim Abendessen. Und plötzlich läuten die Glocken! Ach ja, 19 Uhr, das ist doch die Zeit zum Gebet. Ich hole mir schnell Streichhölzer, stelle eine Kerze ins Fenster - und versuche langsam zur Ruhe zu kommen: Zeit zum Gebet in Corona Zeiten. Das war nicht das erste Mal, dass mich die Glocken überraschten.

flat 2442462 640Am Anfang war das anders. Da habe ich schon vorher dran gedacht: Gleich geht's los mit der Zeit zum Gebet, die Kerze stand schon vor 19 Uhr angezündet bereit.

Wie schön, dass die Glocken mich und vielleicht andere erinnern. Wie gut, dass wir in dieser Zeit gemeinsam vor Gott treten können, auch wenn es ein Zusammenkommen im Gotesdienst im Moment nicht gibt. Also dann: Herzliche Einladung, heute 19 Uhr – dann, wenn die Glocken läuten. 
Und hier: Etwas ausführlicher!

 

Olympia auf Platz 13
(27.3.20)

Die Olympiade ist verschoben? Tatsächlich? Ich gucke nach auf der Nachrichtenseite der ARD im Internet. Nichts zu finden. Ich scrolle weiter, erst die 12 oder 13 Nachricht meldet die Verschiebung. Kaum zu  glauben, dass etwas, was sonst so große Wichtigkeit hat, auf einem der hinteren Nachrichtenplätze landet.

Und dann heute in unserer Tageszeitung. Da steht die Olympiaabsage auf der Titelseite. Aber nur am Rand, rechte Seite, nicht besonders lang, kein Bild. Die Absage ist schade, besonders für die Sportler.Und auch für uns  Zuschauer. olympia pixa 3.20(Das kann ich als jemand, der eigentlich mal bei Olympia gewinnen wollte, gut nachempfinden). Aber jetzt sind andere Dinge wichtiger, stehen auf wichtigeren Nachrichtenplätzen.

Bundesliga, frühestens wieder im Mai. Auch das wird berichtet, auch das scheint plötzlich nicht mehr so super wichtig. Vor kurzem war ein Wochenende in der Saison ohne Bundesliga ja kaum vorstellbar.

Die Wichtigkeiten verschieben sich. Anderes ist plötzlich an vorderster Stelle. Z.B. Telefonate mit Menschen, mit denen man verbunden ist. Dass die Sonne scheint. Dass man doch noch rausgehen kann. Dass ....

Diese Zeit macht vieles schwerer. Aber sie macht auch manches leichter: Sie lässt uns vielleicht deutlicher erkennen, was wirklich wichtig ist, und was zwar schön, aber eben doch nur eine Nebensache ist.

Diese Entdeckungen können ein Schatz sein. Lasst uns den irgendwo sorgsam aufbewahren. Im Gedächtnis? Oder sogar irgendwo aufgeschrieben? Welche Wichtigkeiten hast du neu entdeckt? Und welche sollen nach Corona diesen Platz bleiben? 

 

Der Herr der Ringe - Kampf gegen etwas ganz Kleines
(25.3.20)

Heute* ist weltweiter Tolkien-Lesetag. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt.

Vielleicht sind daher die folgenden Gedanken  nur etwas für Tolkien-Freunde:

Hobithütte pixa 3.20Ich werde wahrscheinlich heute nichts von Tolkien lesen. Aber ich habe es in den letzten Monaten sehr häufig und über einen langen Zeitraum getan. Ich habe nämlich die Triologie „Herr der Ringe“ nach ganz vielen, vielen Jahren mal wieder ganz gelesen. Und war manchmal zutiefst fasziniert!

Das (vom Umfang) riesige Buch hat vor allem ein Thema: Es geht fast auf jeder Seite um den Kampf gegen etwas ganz kleines  und doch ganz machtvolles: Der Ring. Es ist der Kampf gegen etwas nicht nur zutiefst Machtvollen, sondern auch zutiefst  Böses.

Diesen Kampf bestreiten die neun Gefährten. Keiner von ihnen ist ein Gleichnis für Jesus. Anders als C.S. Lewis hat Tolkien solche Allegorien abgelehnt bzw. nicht benutzt. Aber ich war fasziniert, in den Gefährten immer wieder Motive und Wesenszüge Jesu zu entdecken, die dort auf ungewöhnliche, aber wunderbare Weise auftauchten:  seine Liebe, seine Weisheit, seine Demut, seine Hingabe, seinen Zorn, seine Tatkraft…

Mal fanden sich diese Anklänge in dem, was Gandalf tat, mal bei  Frodo, mal bei Aragorn …

Und wir kämpfen im Moment auch gegen etwas ganz Kleines, nicht mal sichtbares. Und es ist auch etwas, das seine Macht sehr weit auszudehnen scheint, etwas was für viele, viele böse Auswirkungen hat.

Aber unser Kampf kann,  wie bei den  Gefährten im Herrn der Ringe, auf eine besondere Weise geschehen: Nämlich mit ihm, dem Herrn Jesus Christus,  an unserer Seite. Und noch mehr: Er in uns, wir in ihm (Johannes-Evangelium 15,5: Wer in mir bleibt und ich in ihm).

In so vielen Dingen erleben oder glauben  wir seine Macht und Liebe und Gegenwart. Wir dürfen an seiner Seite kämpfen nicht nur mit den üblichen menschlichen Mitteln, sondern auf seine Weise, von ihm geprägt, mit ihm unterwegs und mit dem Wissen, dass er der Sieger ist: Der HERR der DINGE!

(* habe ich gestern, 25.3., geschrieben)

 

Entdeckungen
(23.3.20)

Blauer Himmel, Sonnenschein pur – und der Wald war voll.
Voll mit Menschen, die spazieren gehen, Joggen, Mountainbike …   Natürlich getrennt voneinander, nur Familien und Paare zusammen. Aber mit ganz vielen Menschen im Wald.
Meine Vermutung: Manche(r) wird gedacht haben, dass das ja eigentlich eine schöne Sache ist - sollte man mal öfter machen!

Entdeckung pixa 3.20Der Lebensrhythmus ist zurzeit nicht freiwillig gewählt, die Einschränkungen bei Veranstaltungen, Gottesdiensten, Restaurants, Arbeit ... sind nötig, aber nicht freiwillig.
Aber es kann sein, dass wir in dieser Zeit noch mehr solche Entdeckungen machen, weil wir die Zeit jetzt anders nutzen. Und das wir öfter denken: Ist eigentlich eine gute Sache, sollte man öfter machen.

Mein Vorschlag: Vielleicht  schreiben wir uns ein oder zwei oder drei von diesen Sachen auf. Damit wir sie wieder vorholen können, wenn der Lebensrhythmus wieder normal geworden ist. Damit wir wertvolle Entdeckungen nicht vergessen! 

 

 Nähe
(21.3.20)

Nähe! Sie, die sonst so schön sein kann, ist jetzt das große Problem. Wir müssen Abstand halten. NäheDas fällt schwer und ist manchmal sogar richtig unangenehm. Es ist so schwer von denen Abstand zu halten, mit denen man gerne zusammen sein möchte. Sogar die beiden auf der Stromleitung scheinen unsicher zu sein ... Nähe ist ein Problem geworden!

screen 3335983 1280Wie gut, dass das an entscheidender Stelle ganz anders ist.  „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt …“ (Psalm 91) Was heißt das? So nah, dass ich mit Gott unter einem Schirm bin! Und da gibt es keine Bedrohung durch Ansteckung. Im Gegenteil, da bin ich bei ihm geborgen, empfange Liebe und Zuversicht. Gott ganz nah! Danke Gott, dass ich nah bei dir sein kann. Danke, Jesus, dass du nah bei mir bist.

 

Ein Psychologe
(20.3.20)

Wie sieht ein Psychologe die Coronazeit? Stephan Grünewald (Deutschland auf der Couch, Die ermüdete Gesellschaft) stellt fest: „… man hat nicht die normalen Flucht- und Unterhaltungsmöglichkeiten.“

Ein Satz zum Nachdenken!

 

Herrscher
(19.3.20)

Das Corona-Virus ist wohl im Moment das beherrschende Thema. Das alles be-herrschen-de Thema. In der Überschrift watercolour 1768925 1280steckt das Wort Herr und Herrscher. Auch als christliche Gemeinde sind wir mittendrin in der Corona-Krise. Aber lasst es uns nicht vergessen und sogar laut sagen: Der Herr und König und Herrscher ist und bleibt auch jetzt unser Gott.

Er hat die ganze Welt in seiner Hand“, heißt es in einem alten, schönen Kinderlied. Das gilt in beschwingten Zeiten, in Kriegszeiten - und es gilt ganz sicher auch jetzt. So viel wie nötig gucken wir auf die Fragen, die mit dem Virus zusammenhängen. Aber noch viel mehr lasst uns auf unseren Herrn und König blicken, der auch jetzt als Herr und König unser guter Hirte (Psalm 23) ist!

 

Stoppschild
(19.3.20)

Es ist ein geradezu unglaubliches Stoppschild. Kann es sein, dass Dinge wie die Bundesliga und die Championsleague nicht mehr stattfinden? Ja, es ist so! Vielleicht fallen dieses Jahr sogar die Olympischen Spiele aus. Kinos, Discos und Kirchen sind von Amts wegen geschlossen. Man kann es noch gar nicht ganz fassen.

Trotz der Dramatik und der schlimmen Ursache empfinden viele bei diesem Stopp aber auch ein unerwartetes Gefühl. Stoppschild pixaEs ist ein merkwürdiges Gefühl des Aufatmens: Mal nicht so viele Aktionen, Angebote, Events, Hektik …

Aufgezwungen

Dieser Stopp ist uns aufgezwungen durch das Virus und die Gegenmaßnahmen. Irgendwann wer­den wir hoffentlich zur Normalität zurückkehren können. Und was dann? Ist dann auch das Aufatmen vorbei?

Nicht aufgezwungen

Gott lädt uns regelmäßig zu einer nicht aufgezwungenen, freiwilligen Unterbrechung ein. Das Thema dieser sonntäglichen Unterbrechung ist nicht Verzicht. Das Thema ist auch nicht nur Erholung für die stressigen anderen Tage. Das Thema dieses sonntäglichen Angebots ist das Aufatmen. Aufatmen, das dann nicht von unseren manchmal hektischen, nötigen und unnötigen Aktivitäten geprägt wird, sondern von etwas ganz anderem: Eine Zeit, wo wir seine Liebe und Gegenwart, seine Wertschätzung und Ausrichtung in ganz besonderer Weise erleben können.

Aktuelles

Gottesdienst mit Abendmahl
07 Aug 2020 17:05

Über ein halbes Jahr ist es her, dass wir im Gottesdienst das Abendmahl feiern konnten.
Am Sonntag,  [ ... ]

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